Neue Saison! Alte Kicker-Sorgen?

Nach Draft und Free Agency beginnt die schlimmste Zeit für Football Fans, eine lange Offseason. Die Teams haben ihre Kader für die kommenden Trainingscamps so weit aufgestellt. So natürlich auch die Los Angeles Rams. Doch eine Position wurde meiner Meinung nach wieder vernachlässigt. Eine, die seit Jahren der größte Schleudersitz im Rams Roster ist. Natürlich, wer hätte es gedacht, es geht um den Kicker.

Vorab, Harrison Mevis ist ein guter Kicker! Er war genau der Kicker, den die Rams gesucht haben, als sie sich mitten in der Saison 2025 von Joshua Karty trennten. Fairerweise muss man sagen, wenn die Kicker Situation eines Teams so schlecht ist, dass man sich im November von seinem Kicker trennt, ist die Messlatte nicht besonders hoch. Die Kritik richtet sich überhaupt nicht an Mevis, sondern an die Herangehensweise der Rams. Obwohl Harrison Mevis letztes Jahr gut gespielt hat, ist eine halbe Saison eine ziemlich kleine Stichprobe. Dass die Rams trotz dieser kleinen Stichprobe mit nur einen Kicker in die Saison 2026 gehen, zeigt, dass sie offensichtlich nicht bereit sind, ihre Standards auf der Kicker Position anzuheben. Wenn man weit über den Tellerrand hinaus blickt, kann es sein, dass man mit einem Kicker in die Saison geht, der möglicherweise in sechs Monaten wieder ersetzt werden muss. Die Fehler wiederholen sich. Das es eine Änderung gebraucht hat zeigte die Entlassung des ehemaligen Specialteam Coordinator Chase Blackburn. Mit Bubba Ventrone übernimmt ein neuer erfahrener Coach das Zepter des Specialteams. Doch reicht ein neuer Specialteam Coach, um endlich wieder ein konstantes Kicking Game zu haben?

McVay vermied in der vergangenen Saison aktiv lange Field Goals. Stattdessen entschied er sich lieber dafür die vierten Versuchte auszuspielen. Oft funktionierte es zugunsten der Rams. Irgendwann zu einem Zeitpunkt der Saison wird es nicht klappen und man fragt sich, wäre es hier besser gewesen, ein langes Fieldgoal zu erzielen. Warum vertraute McVay Harrison Mevis in diesen Situationen nicht? Mevis hat ein starkes Bein, nicht ohne Grund hat er den Rekord des längsten Fieldgoals mit 61 Yard in der SEC Geschichte gebrochen. Eine mögliche Antwort könnte sein, das es in der NFL Trend geworden ist vierte Versuche auszuspielen. Man mag sich nicht vorstellen, wenn Mevis ein schlechtes Spiel hat - was wahrscheinlicher ist als unwahrscheinlich-, das der Druck auf Sean McVay schnell wachsen wird und groß sein wird.

So wie 2020 mit Sam Sloman, Kai Forbath und Matt Gay.
So wie 2023 mit Lucas Havrisik und Brett Maher.
So wie 2025 mit Joshua Karty und Harrison Mevis.

via rams.com

Man kann McVay blind in Sachen Offense und Trainerentscheidungen vertrauen (ausgenommen vielleicht Special Team Coordinator). Seine bisherige Bilanz zeigt allerdings, dass er rund um die Kicker in seinem Team etwas planlos unterwegs ist. Es gibt wenig, das einen positiv stimmt, das er rund um die Kicker Situation mit Harrison Mevis weiß, was er tut. Die Rams könnten sich schneller in einer erneuten Suche nach einem neuen Kicker befinden als ihnen lieb ist. Denn wenn man in die Saison 2026 so ganz ohne Konkurrenz für einen Kicker mit einem halben Jahr NFL Erfahrung geht, deutet es darauf hin, das die Rams es irgendwann bereuen, nicht eine größere Lösung auf der Kicker Position gesucht zu haben. Die Zukunft wird es uns zeigen. Harrison Mevis ist ein guter Kicker und er kann es auch lange für die Rams sein (wir alle wünschen es uns). Aber blindes Vertrauen auf dieser Position im Kader hat uns schon einige Male das ein oder andere Spiel gekostet.

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